Archiv für Mai 2011

Strom-News 05.05.2011

Donnerstag, 05. Mai 2011

Bei vorzeitigem Atomausstieg verlieren Konzerne 75 Milliarden

Hamburg – Im Falle eines vorzeitigen Atomausstieges würden den Energiekonzernen RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall enorme Gewinne verloren gehen. Dies zeigen Berechnungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Bei dem von Greenpeace geforderten Ausstieg aus der Atomkraft bis 2015 würden die Konzerne rund 75 Milliarden Euro gegenüber der beschlossenen Laufzeitverlängerung verlieren. Bei einer Abschaltung im Jahr 2020 wären es etwa 60 Milliarden Euro. Greenpeace fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, ein Energiekonzept mit klar definierten Abschaltdaten für alle Atomanlagen in Deutschland vorzulegen und sich vom System der Strommengenberechnung zu verabschieden.

“Greenpeace warnt davor, der aktuellen Ausstiegs-Euphorie ohne wenn und aber zu trauen. Die Manager und Lobbyisten der Atomkonzerne werden um jedes Jahr Laufzeit für ihre gefährlichen aber profitablen Uralt-Meiler kämpfen”, sagt Tobias Riedl, Atomexperte von Greenpeace. “Angela Merkel darf jetzt nicht noch einmal vor den Energie-Konzernen in die Knie gehen.”

Im Falle eines endgültigen Abschaltens der sieben ältesten Reaktoren und des Pannenmeilers Krümmel würden den Konzernen 25 Milliarden Euro entgehen. Für die restlichen neun Atomkraftwerken beliefe sich der ausbleibende Gewinn bei einem Ausstieg bis 2015 auf etwa 50 Milliarden Euro. Greenpeace schätzt, dass ein Atomkraftwerk etwa eine Million Euro Gewinn pro Tag erzielt. Laut einer Studie des Öko-Instituts von 2009 könnte diese Summe noch höher ausfallen. Anlässlich der im vergangenen Jahr beschlossenen Laufzeitverlängerung haben alle Reaktoren Strommengen zugeschrieben bekommen. Die sieben ältesten Meiler erhielten Strommengen für umgerechnet acht Jahre, die restlichen Reaktoren für 14 Jahre.

Durch das System der Strommengen konnten die Energieunternehmen Uralt-Meiler, wie zum Beispiel Neckarwestheim 1, vor dem Abschalten sichern. Der Reaktor wurde monatelang mit minimaler Leistung gefahren, um nicht dem rot-grünen Atomausstieg zum Opfer zu fallen. “Wir brauchen klare und gesetzlich festgeschriebene Abschaltdaten für die Atommeiler. Nur so wird es Planungssicherheit für die Energiebranche und die deutsche Wirtschaft geben. Darüber hinaus erhöht sich die gesellschaftliche Akzeptanz für eine mögliche Energiewende”, sagt Riedl.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Greenpeace zeigt, dass die vier großen Energieunternehmen in den letzten Jahren kaum in Erneuerbare Energien investiert haben. Deren Anteil an nachhaltig erzeugtem Strom beträgt gerade einmal 0,5 Prozent. Gleichzeitig haben die Konzerne in den letzten Jahren aber Ihre Gewinne drastisch gesteigert. Innerhalb des Zeitraums von 2002 und 2009 haben die Stromkonzerne ihre Gewinne vervierfacht.

 Quelle und weitere Informationen: Verivox

Strom-News 03.05.2011

Dienstag, 03. Mai 2011

Studie: Interesse am Thema Klimaschutz ist gesunken

Ab dem 11. März nahm die mediale Berichterstattung zum Thema Energiesparen zwar sprunghaft zu und erreichte einen der höchsten Werte im gemessenen Zeitraum 2008 bis 2011. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Medien im ersten Quartal jedoch nur wenig über Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen berichtet.

Malte Friedrich, Projektleiter des Klima-Barometers, rechnet für die kommenden Monate mit einem Anstieg des Indexes: “Die Folgen des Atomunfalls werden wahrscheinlich die Debatte über Energieerzeugung und Klimaschutz noch das ganze weitere Jahr maßgeblich beeinflussen.”

Die aktuelle öffentliche Diskussion beschränkt sich jedoch weitestgehend auf Fragen der Stromproduktion. Die effiziente Nutzung von Heizenergie, beispielsweise durch Effizienzmaßnahmen bei der Gebäudesanierung, wird nur am Rande thematisiert. Gerade in diesem Bereich liegen jedoch enorme Potenziale für den Klimaschutz, immerhin macht der Heizenergieverbrauch 80 Prozent des Energieverbrauchs eines Privathaushaltes aus. Daher war die Nutzung von Angeboten zur  Beratung, Finanzierung und Ausführung von energetischen Modernisierungsmaßnahmen Gegenstand der monatlichen Online-Umfragen, die co2online im Rahmen des Klima-Barometers durchführt.

Die Ergebnisse zeigen: Die große Mehrheit der Verbraucher (67 Prozent) ist bereit, Angebote für Förderkredite oder -zuschüsse zu nutzen, der fachliche Rat eines Energieberaters zur Vorbereitung der Modernisierung wird jedoch noch wenig in Anspruch genommen. Die Möglichkeit einer Energieberatung ist der Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer (57 Prozent) zwar bekannt, nur 22 Prozent haben sie aber auch bereits genutzt. Bei der Ausführung von Modernisierungsmaßnahmen setzen die Befragten auf fachliche Kompetenz. Gefragt nach dem wichtigsten Faktor für die Wahl des Handwerkers geben 67 Prozent dieses Kriterium an, die Kosten spielen dagegen mit nur 17 Prozent eine untergeordnete Rolle.

Berlin – Im ersten Quartal des Jahres 2011 hat das öffentliche Interesse am Thema Klimaschutz gegenüber dem vierten Quartal 2010 wieder abgenommen. Der Indexwert des Klima-Barometers, das die gemeinnützige co2online GmbH vierteljährlich veröffentlicht, sank von 77 auf 66 Punkte. Die öffentliche Atom- und Energiedebatte, die sich im Anschluss an den katastrophalen Unfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima entwickelte, beeinflusste den Index bisher nur marginal.

Ab dem 11. März nahm die mediale Berichterstattung zum Thema Energiesparen zwar sprunghaft zu und erreichte einen der höchsten Werte im gemessenen Zeitraum 2008 bis 2011. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Medien im ersten Quartal jedoch nur wenig über Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen berichtet.

Malte Friedrich, Projektleiter des Klima-Barometers, rechnet für die kommenden Monate mit einem Anstieg des Indexes: “Die Folgen des Atomunfalls werden wahrscheinlich die Debatte über Energieerzeugung und Klimaschutz noch das ganze weitere Jahr maßgeblich beeinflussen.”

Die aktuelle öffentliche Diskussion beschränkt sich jedoch weitestgehend auf Fragen der Stromproduktion. Die effiziente Nutzung von Heizenergie, beispielsweise durch Effizienzmaßnahmen bei der Gebäudesanierung, wird nur am Rande thematisiert. Gerade in diesem Bereich liegen jedoch enorme Potenziale für den Klimaschutz, immerhin macht der Heizenergieverbrauch 80 Prozent des Energieverbrauchs eines Privathaushaltes aus. Daher war die Nutzung von Angeboten zur  Beratung, Finanzierung und Ausführung von energetischen Modernisierungsmaßnahmen Gegenstand der monatlichen Online-Umfragen, die co2online im Rahmen des Klima-Barometers durchführt.

Die Ergebnisse zeigen: Die große Mehrheit der Verbraucher (67 Prozent) ist bereit, Angebote für Förderkredite oder -zuschüsse zu nutzen, der fachliche Rat eines Energieberaters zur Vorbereitung der Modernisierung wird jedoch noch wenig in Anspruch genommen. Die Möglichkeit einer Energieberatung ist der Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer (57 Prozent) zwar bekannt, nur 22 Prozent haben sie aber auch bereits genutzt. Bei der Ausführung von Modernisierungsmaßnahmen setzen die Befragten auf fachliche Kompetenz. Gefragt nach dem wichtigsten Faktor für die Wahl des Handwerkers geben 67 Prozent dieses Kriterium an, die Kosten spielen dagegen mit nur 17 Prozent eine untergeordnete Rolle.

Quelle:
Verivox

Strom-News 02.05.2011

Montag, 02. Mai 2011

Recycling von Kühlschränken teils mangelhaft

Berlin – Recherchen und Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) zufolge unterlaufen mehrere marktbeherrschende Kühlgerätehersteller seit Jahren die Recyclingstandards zur ordnungsgemäßen Rückgewinnung und Vernichtung von extrem treibhauswirksamen Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) aus Altkühlgeräten.

Die Entlastung der Atmosphäre, die allein durch die Einhaltung des Standes der Technik erreicht werden könnte, entspricht jährlich mehreren Millionen Tonnen CO2. FCKW sind außerdem hauptverantwortlich für die Zerstörung der Ozonschicht in der Atmosphäre.

“Klimaschutz ist eine Jahrhundertherausforderung und das Ozonloch über der Arktis in diesem Jahr größer denn je. Wir halten es für einen Skandal, dass die Kühlgerätehersteller es dessen ungeachtet zulassen, dass FCKW aus ausrangierten Kühlschränken und Kühltruhen nicht nach dem Stand der Technik zurückgewonnen und umweltgerecht vernichtet werden, wie dies beispielsweise in Österreich, Luxemburg, der Schweiz und den skandinavischen Staaten praktiziert wird”, kritisiert DUH-Bun¬desgeschäftsführer Jürgen Resch. Mit ihrer Verweigerung einer Entsorgung nach dem in anderen EU-Mitgliedstaaten seit Jahren erreichten Stand der Technik seien die Unternehmen Bosch Siemens Haushaltsgeräte, Electrolux, Miele, Bauknecht, Liebherr und andere Kühlgerätehersteller jedes Jahr für vermeidbare Klimagasemissionen in Höhe von fast sechs Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten allein in Deutschland verantwortlich. Diese Emissionen tauchten noch dazu in keiner Treibhausgas-Bilanz auf.

Zwar sind FCKW als Kälte- und Isoliermittel in Kühlgeräten bereits seit den 1990iger Jahren verboten. Doch enthalten derzeit noch mehr als drei von vier der ausrangierten Haushaltskühlgeräte FCKW. Diese Gase sind bis über 10.000 Mal klimaschädlicher als CO2. Das Klimapotenzial eines einzigen FCKW-haltigen Kühlgerätes entspricht deshalb im Durchschnitt rund 2,8 Tonnen CO2-Äquivalenten, was sich bei jährlich drei Millionen FCKW-haltigen Haushaltskühlgeräten in Deutschland auf eine Atmosphärenbelastung von 8,4 Millionen Tonnen CO2 summiert.

Um das Klima und die Ozonschicht schädigende FCKW-Emissionen aus alten Kühlgeräten zu vermeiden, schreiben einschlägige Standards eine Rückgewinnung von mindestens 90 Prozent der FCKW vor. Die 90 Prozent-Erfassung und anschließende Entsorgung ist in Europa Stand der Technik, er wird in Deutschland jedoch nicht annähernd erreicht. Laut Berechnungen der DUH auf Basis von Informationen der Landesumweltministerien und statistischen Landesämter über die jährliche Menge der zurückgewonnenen FCKW-Kühlmittel wurden in den vergangenen Jahren in deutschen Kühlgeräterecyclinganlagen nur durchschnittlich 40 bis 60 Prozent der FCKW zurückgewonnen und ordnungsgemäß entsorgt.

Die DUH hat mit Informationsbegehren bei den Umweltministerien der Länder im vergangenen Jahr erneut versucht, Daten zur Anzahl behandelter Haushaltkühlgeräte und zu den Mengen der daraus entnommenen FCKW zu erheben. Der Befund war ernüchternd. Denn nachdem noch 2009 alle sechzehn Bundesländer die Daten geliefert hatten, auf deren Basis die DUH errechnen konnte, dass zu wenig des in den Altgeräten enthaltenen FCKW tatsächlich vernichtet worden war, erklärten zwei Drittel der Bundesländer bei der Wiederholung der Befragung im Jahr 2010 überraschend, diese Umweltdaten nicht mehr zu besitzen. Nur noch fünf Länderministerien (Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen) erheben danach die Daten, die für die Kontrolle eines ordnungsgemäßen Recyclings unabdingbar sind (wobei Bremen und Hamburg auf ihrem Territorium über keine Kühlgeräte-Recyclinganlagen verfügen). Mehrere Bundesländer wollten nur die Anzahl der Recyclinganlagen benennen; andere wiederum nur, wie viel FCKW zurückgewonnen wurde, aber nicht aus wie vielen Kühlgeräten.

Im Rahmen ihrer gesetzlich geregelten Produktverantwortung sind Kühlgerätehersteller für die ordnungsgemäße Entsorgung ausgemusterter Produkte aus ihrer Herstellung verantwortlich. In Österreich und Luxemburg, wo die Entsorgung von mehr als 90 Prozent der FCKW aus ausrangierten Kühlgeräten nachgewiesen wird, bringen die Hersteller (nach Abzügen von Rohstofferlösen) pro entsorgtem Gerät rund sechs Euro auf. In Deutschland sind die Kühlgerätehersteller nicht bereit, sich den Dienst an der Umwelt mehr als ein bis zwei Euro pro Gerät kosten zu lassen. “Das Billigrecycling in Deutschland ist eine unmittelbare Konsequenz aus der Weigerung der Hersteller, eine ordnungsgemäße Entsorgung zu finanzieren. Im Ergebnis sparen sie auf Kosten der Umwelt jährlich 16-20 Millionen Euro”, rechnet Resch vor.

Auf Basis der Auskünfte der Länderumweltministerien ergibt sich nach den DUH-Recherchen in den vergangenen Jahren eine vermeidbare Belastung der Atmosphäre von 5,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Die Geschäftsführer und Unternehmensleiter der Hersteller sind nach Überzeugung der DUH persönlich verantwortlich für das, was in ihren Unternehmen beziehungsweise in der Verantwortlichkeit ihrer Unternehmen geschieht – und damit auch für die vermeidbaren FCKW-Emissionen.

Quelle:
Verivox