Strom-News 01.02.2010

01. Februar 2010

VDE: Deutsche Netze sind europaweit am sichersten

Deutschland ist Europameister bei der Zuverlässigkeit der Stromnetze. Die Stromversorgung stand den Kunden im Jahr 2008 mit einer Zuverlässigkeit von 99,99 Prozent der Zeit zur Verfügung. Das hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) jetzt mit seiner neuen Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik ermittelt, die rund vier Fünftel des deutschen Stromnetzes erfasst. Danach kam es 2008 pro Stromkunden durchschnittlich zu 18,3 Minuten Versorgungsunterbrechungen durch Störungen. Werden die Störungen infolge von Höherer Gewalt wie den Orkan “Emma” berücksichtigt, so liegt der Wert bei 20,7 Minuten.

Die Statistik zeigt zudem, dass sich die Versorgungszuverlässigkeit in den neuen Bundesländern stark verbessert hat. Gegenüber 47 Minuten Versorgungsunterbrechungen in 2007, wurde die Versorgung 2008 in den neuen Bundesländern pro Stromkunden durchschnittlich nur noch 35 Minuten durch Störungen unterbrochen. In den alten Bundesländern traten in 2008 rund 15 Minuten Versorgungsunterbrechungen auf. Dieser Wert ist gegenüber dem Wert aus 2007 von rund 16 Minuten stabil geblieben. Mit rund 18 bzw. 21 Minuten liegt Deutschland deutlich vor den Niederlanden (33 Minuten), Österreich (44 Minuten), Frankreich (58 Minuten), Italien (52 Minuten) und Großbritannien (89 Minuten). “Das hohe Maß an Versorgungsqualität in Deutschland gibt nicht nur dem Privatverbraucher Sicherheit, sondern ist auch ein bedeutender Standortvorteil für Deutschland”, so der VDE.

Bei einer Bewertung der Versorgungszuverlässigkeit müssen unterschiedliche Einflussfaktoren wie zum Beispiel historisch bedingte Netzstrukturen, regionale Gebietsmerkmale (städtisch oder ländlich, Ost oder West, Berge oder Flachland) und das Wetter berücksichtigt und als Kriterien für Vergleiche beachtet werden. “Derzeit führen wir hierzu weitere Untersuchungen durch.”, erklärt Dipl.-Ing. Heike Kerber, Geschäftsführerin des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE. So fallen Störungsanlässe von “Höherer Gewalt” gemäß der Definition der Bundesnetzagentur nicht in den Zuständigkeitsbereich des Netzbetreibers und dürfen diesem nicht zugerechnet werden.

Unter “Höhere Gewalt” fallen insbesondere außergewöhnliche Naturkatastrophen. Um die Schwankungsbreite ermitteln zu können, die auf Grund vielfältiger Einflüsse auf das Stromversorgungssystem bestehen, müssen nun mehrere Jahre miteinander verglichen werden. Insofern leistet die Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik des FNN einen wichtigen Beitrag zur Lösung der noch offenen Fragen bei der Ausgestaltung der Qualitätsregulierung. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) ist im VDE zuständig für die Erstellung von Technischen Regeln für die Netztechnik und den Netzbetrieb.

Quelle: Verivox

Energie-Nachrichten 04.01.2010

04. Januar 2010

Neues Verbundprojekt soll Generatoren von Offshore-Windparks verbessern

Bremen – Der Anteil an Offshore-Windparks im Meer steigt ständig und damit auch die Leistungsansprüche an diese Windenergieanlagen. Mit zunehmender Leistung erhöht sich allerdings auch das Gewicht und Volumen der Generatoren in den Gondeln. Eine stark verringerte Traglast ermöglicht kleinere Gondeln oder größere, installierte Leistung. In einem neuen Verbundprojekt arbeiten Wissenschaftler vom Bremer Centrum für Mechatronik (BCM) der Universität Bremen mit dem Bremer Sondermaschinenbauer Lloyd Dynamowerke und anderen internationalen Partnern daran, Generatorgewichte und Volumen um bis zu zwei Drittel zu verringern, ohne einen Leistungsverlust in Kauf nehmen zu müssen. Die Europäische Kommission fördert das neue internationale Verbundprojekt “Wingy-Pro” in den nächsten vier Jahren mit rund 2.500.000 Euro.

Im Rahmen des Verbundprojekts soll nun ein neuartiger Synchrongenerator mit transversaler Flussführung gebaut werden. Nicht nur das Gewicht, das bei einem herkömmlichen Windenergiegenerator weit über 100 Tonnen beträgt, und das Volumen sollen sich dadurch um bis zu zwei Drittel reduzieren. Insgesamt ergeben sich durch die neue Konstruktion Materialeinsparungen bei Kupfer, Dynamoblech und vor allem bei der Stahlkonstruktion des Turms und seines Fundaments. Durch den Wegfall eines Getriebes wie bei anderen herkömmlichen Generatoren von Windkraftanlagen fallen weniger Wartungsarbeiten an. Mittels einer intelligenten Regelung lassen sich beim Generator zudem starke Geräusche und Vibrationen nahezu vollständig vermeiden.

Diese besondere Aufgabe haben die Bremer Partner gemeinsam mit dem Centrum für Innovative Verfahrenstechnik (CENTIV) in Stuhr nach Deutschland geholt. Die intelligente Leistungselektronik zur Energieeinspeisung wird von Converteam entwickelt, ein weltweit tätiges Unternehmen für elektrische Antriebstechnik, Leistungselektronik und Systemlieferant für Energieerzeuger. Da die Generatoren im Offshore-Bereich permanent der salzhaltigen und feuchten Luft ausgesetzt sind und großen Temperaturschwankungen unterliegen, besteht insbesondere auch ein hoher Entwicklungsbedarf bei der Herstellung von zuverlässigen Permanentmagneten für die Maschinen. Hierzu bringt Atlas Magnetics Europe aus den Niederlanden das erforderliche Spezialwissen in den Verbund ein. Um den Technologietransfer zu Windenergieanlagenherstellern und Betreibern nach Ost-Europa zu ermöglichen sowie auch neue Investoren zu gewinnen, beteiligt sich die rumänische Technologieberatungsfirma TRITECC an dem Vorhaben “Wingy-Pro”.

Quelle: Verivox